[Blogtour] „Funkenflug“ von Izabelle Jardin – Tag 5

Hallo ihr Lieben

ich freu mich, dass ihr auch heute am 5. Tag
vorbeischaut bei unserer Blogtour zu

Funkenflug

von Izabelle Jardin

Gestern ging es noch um das Thema: Tradition – Eingestaubt?
bei Michéle von www.elchisworldofbooksandcrafts.de

Morgen geht’s dann auch schon weiter bei mit dem Thema: Clara Henriette
bei Claudia von www.claudis-gedankenwelt.de
Noch mehr interessante Einblicke in das Buch könnt ihr
in unserem Tourplan aufstöbern und aufsuchen.
Wir haben einiges interessantes für euch im Gepäck.

 

Meine Meinung zum Buch könnt ihr auch gerne in meiner Rezension nachlesen,
oder auch in der Rezension von Manja


Mehr Infos zum Buch

***

Ich hab euch heute ein

Interview mit Izabelle Jardin

und wünsche euch viel Spaß damit !!!

 

Hallo Izabelle, ich freue mich riesig, hier in dieser Blogtour mit dir das Interview führen zu dürfen. Immerhin schaffst du es jedes Mal mich mit deinen Büchern total zu begeistern.
Aber der Reihe nach….
Für alle, die dich noch nicht kennen sollten – magst du dich kurz vorstellen?

Hallo Bianca. Ich freu mich, dass Katja ausgerechnet Dich „auf mich losgelassen“ hat. 
Alles, was man zu mir als Autorin wissen sollte, findet sich auf meiner Homepage www.izabellejardin.de

Du hast ja schon ein paar Bücher geschrieben – und dich in den verschiedenen Bereichen ausprobiert … was liegt dir persönlich am Besten? Wo fühlst du dich vom Genre her am wohlsten?

Es hat wahrscheinlich nicht so viel mit dem Genre, sondern mit der Geschichte zu tun, die ich erzählen muss. Ja. MUSS! Es gibt einfach Geschichten, denen ich mich nicht entziehen kann, die geschrieben werden WOLLEN. Jede einzelne verlangt nach einer anderen Form. Insofern bin ich für meine armen Leser manchmal eine reine Wundertüte, denn sie können sich nie darauf verlassen, immer Dasselbe, oder Ähnliches von mir zu bekommen.

Liest du selbst auch sehr gerne? Wenn ja, in welchem Genre dürfte man dich aussetzen – und du würdest dich pudelwohl fühlen?

Meine Lieblingslektüre sind heute Sachbücher und Dokumentationen. Sie begegnen mir bei der Recherche zu meinen eigenen Romanen. Selten bleibt mir die Zeit, mich wirklich gemütlich in eine Ecke zurückzuziehen, um Belletristik zu lesen. Ich bin vor etwa einem halben Jahr dazu übergegangen, mir Romane in die Ohren zu stöpseln. Das spart enorm Zeit, denn man kann gleichzeitig allerhand Anspruchsloses mit der Hand tun und hat den Kopf frei.
Gern höre ich dann alte Bekannte. Kürzlich hat mich der „Krebsgang“, fantastisch gelesen vom Autor Günter Grass selbst, völlig begeistert. Momentan switche ich zwischen dem unvollendeten Marx und Richard David Prechts spannend aufgemachter „Geschichte der Philosophie“.
Es hat vielleicht etwas mit dem Alter zu tun. Wissensdurst macht sich breit, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass nicht mehr ewig Zeit ist, für Wichtiges.

Deine Geschichten sind so „echt“ – so glaubwürdig und greifbar. Das zeigt, dass du einiges an Recherchearbeit hineinsteckst. Wie handhabst du das? Wo holst du dir die Fakten her?

Mein Lektor sagt, und da hat er recht: „Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst“. Meine Geschichten haben immer einen wahren Kern. Oder mehrere. Insofern kannst Du davon ausgehen, dass sie so, oder ähnlich, passiert sind. Manchmal schmoren sie in Ansätzen schon lange im Kopf. Irgendein Teilchen, fehlt, damit es ein runder Roman wird. Und eines Tages ist es da.
Das Grundsätzliche ist immer erst im Kopf fertig, ein grober Plot steht, Charaktere haben sich halbwegs entwickelt. Dann beginnt die Recherchearbeit. Ich verlasse mich nie auf Wikipedia, sondern gehe stets in die Tiefe. Dazu gehört neben zur Verfügung stehendem persönlichem Material die Lektüre von Fachliteratur genauso, wie die zeittypischer Belletristik, um beispielsweise in historischen Strängen ein Gespür für den Grundton einer Epoche zu bekommen. Ich halte es außerdem für beinahe ausgeschlossen, authentisch bleiben zu können, wenn man einen Schauplatz überhaupt nicht kennt. Bisher habe ich nur Settings verwendet, in denen ich mich zu Hause fühle, die ich zumindest bereits bereist habe.
Ist alles Formelle geklärt, beginne ich zu schreiben. Vorarbeit ist wesentlich aufwändiger, als das Schreiben selbst. Das ist dann der leichte, angenehme Teil der Arbeit.

Du hast mich von deinem ersten Buch an in einen Bann gezogen, der sich stetig steigerte – was ist dein Geheimrezept für diesen tollen Lauf für deine total emotionalen und doch auch abwechslungsreichen Bücher? Gibt es da überhaupt ein Geheimrezept?

Dankeschön, Bianca!
Nee, da gibt es kein Geheimrezept.
Hören, (hin)sehen, riechen, schmecken, (hin)fühlen.
Einfach mit allen Sinnen eine Geschichte leben, die man schreibt. Mehr nicht 😉

Deine Bücher wie „Remember“, „Bernsteintränen“ und jetzt auch „Funkenflug“ stiegen ja regelrecht in die Bestseller-Charts ein … wie fühlt sich das für dich an?

Ach, naja, die steigen … und fallen auch wieder. Man muss sehen, wie sie sich über die Jahre bewähren. Bisher waren sie alle tapfer.
Immerhin ist es ein sichtbarer Beleg dafür, dass man seine Arbeit gut gemacht hat.
Viel wichtiger sind mir aber direkte Leserreaktionen. Daran erkennt man, ob ein Buch die Adressaten erreicht hat. Insofern war ich überwältigt von den unzähligen Lesermails, die mich anlässlich meines Buchlieblings erreicht haben und auch heute noch, Jahre nach dem Erscheinen, erreichen. Aber mit den Bernsteintränen ist das eben eine ganz persönliche, besondere Sache. <3

Wenn man meint, das ist nicht mehr zu überbieten – dann zeigst du uns jedes Mal, dass es doch geht. Mit „Funkenflug“ hast du uns ja regelrecht fertig gemacht – im positiven Sinne.
Einige deiner Leser (genauso wie ich) wurden regelrecht mitgerissen, waren einem Tränenausbruch und der Verzweiflung nah– so glaubwürdig und echt kommt das rüber.
Wie machst du das? Woher nimmst du die Ideen?

Aus der Realität. Was haut mehr um, als die Realität?

Wie baust du die Geschichte auf … immerhin sind es ja immer zwei Geschichten, die hier erzählt werden. Läuft das im steten Wechsel – oder schreibst du erst die eine, dann die andere und fügst das zusammen? Wie muss man sich das vorstellen?

Ich schreibe immer am Stück hintereinander weg. Diese besondere Form des Past/Presence muss vor allen Dingen authentisch bleiben, darf nie konstruiert wirken. Insofern halte ich mich einfach an die Wahrheit. Im Funkenflug finden meine Leser zwei miteinander verflochtene Geschichten, die sich so, oder ganz ähnlich, zugetragen haben. Oder es ist alles gelogen. 

Mich als Leser hast du total berührt und ich fühlte teilweise eine Enge auf der Brust – das war der Hammer. Ging es dir beim Schreiben auch so? Hingst du da auch emotional total drin oder wie war das für dich?

Ja, nicht? Es gibt Stellen im Funkenflug, da habe ich nach dem Fertigstellen zu mir selbst gesagt: Boah!
Besonders schlucken musste ich am Ende des Kapitels „Die Macht des Geldes“. Du erinnerst Dich? Die Sache mit dem Streichholzmädchen. Oder, als Clara die Geschichte ihrer kleinen Amme erfährt. Und ich gestehe, es ging mir am Ende des Buches nicht viel anders, als Faye. Oder andersrum: Faye musste meine Gefühle zu diesem (leider wahren) Ende transportieren.

Erzähl uns doch mal, wie die Geschichte „Funkenflug“ so zustande kam.
Was war der Aufhänger der ganzen Story?

Das muss ich nicht erzählen. Das steht in Funkenflug *lach*

Wie hast du hier bei „Funkenflug“ recherchiert? An welchen geschichtlichen Ereignissen hast du festgehalten oder welche hast du andeutungsweise aufgegriffen?

Ich hatte neben den eigenen Erlebnissen und Erkenntnissen einen ganzen Packen Recherchematerial aus der Familie. Was die historischen Persönlichkeiten und Fakten angeht, sind sie alle proof. Jede Figur, sei es nun der Prinzgemahl Albert oder der Arzt in Martins Krankenanstalt oder … sind absolut unverfälscht. Gemogelt habe ich nur (absichtlich, um niemandem zu nahe zu treten) in Claras Familie, damit mir die eigene nicht auf den Detz kommt 😉

Auch die Handlungsorte – gibt es dafür Vorlagen, die hier eingeflossen sind?

Die Handlungsorte sind/waren alle zu besichtigen.

Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch – mit all der Vorarbeit, Recherche und allem was dazu gehört?

Wenn ich anfange zu schreiben, sechs bis acht Monate

Wie ist das mit den Charakteren – du bringst in deinen Geschichten, gerade auch in Funkenflug, wirklich tolle, starke und selbstbewusste Figuren ins Spiel. Wie bauen die sich bei dir auf? Sind die einfach da und wollen ihre Geschichte erzählen? Oder wie gestaltet sich das?

Meine Figuren existieren. Oder haben existiert. Man muss sie nur ansehen. Eine besondere Liebe hege ich ja zu starken Frauenfiguren, die sich in den typischen Gegebenheiten ihrer Epoche zurechtfinden müssen.

Gibt es noch Geschichten in deiner Sammlung, die bisher noch nicht das Licht der Welt erblickt haben? Dürfen die irgendwann raus?

Momentan schreibe ich. Die Vorarbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen. Der Veröffentlichungstermin ist geplant.

Wolltest du eigentlich schon immer selber Geschichten schreiben und veröffentlichen?

Ich habe schon immer gern geschrieben. Ohne das Fach Deutsch hätte ich mein Abitur vermutlich vergeigt, denn ich war ein jämmerlicher Naturwissenschaftler und Lateiner. Als Gymnasiastin war ich mal eine Weile Chefredakteur der Schülerzeitung. Spannende Zeit übrigens, denn abgesehen von der Tatsache, dass Redaktionssitzungen gelegentlich in lustigen Besäufnissen endeten, haben wir damals unsere Zeitung sogar in einer winzigen, völlig veralteten Hinterhofdruckerei selbst „gemacht“. Später habe ich kleine Auftrags-Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Du hast ja früher als Selfpublisher veröffentlicht. Wirst du das auch weiterhin tun?
Wie sind deine Erfahrungswerte damit?

Ich bin sehr glücklich mit meinem Verlag Tinte&Feder, der ein Imprint Amazon Publishings ist.
Die Selfpublisherzeiten, die ich erleben durfte, waren sehr erfolgreich, aber ich beobachte zunehmend einen Trend, der mich veranlasst, große Sorgen um meine selbstpublizierenden Kollegen zu haben.
Als ich vor gut 4 Jahren dort einstieg, war für den Kunden ein E-Book-Preis von 2.99€ ein guter Grund, mal einem neuen, unbekannten Autor ohne Verlag eine Chance zu geben. Und es gab allerhand Perlen unter den Indies zu entdecken. Indies hatten keinen leistungsstarken Verlag im Hintergrund, der das Marketing übernahm. Sie waren auf sich gestellt. Und auf ihre (in günstigen Fällen) größer werdende Fanbase, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.
Schon bald setzte allerdings eine schreckliche Spirale dem ganzen Spaß ein Ende, denn viele witterten ihre Chance und überschwemmten den Markt. Gute und nicht so gute. Helfen tat da nur, die Preise noch mehr zu senken. Plötzlich versuchten sich die Selfpublisher nicht mehr, gemeinsam neben dem Verlagsbuchmarkt zu positionieren, sondern bekriegten sich gegenseitig mit Dumpingpreisen. Die „Halbwertzeit“ der Bücher wurde immer kürzer. Es mussten schleunigst neue Bücher geschrieben werden. Mehr. Immer mehr. Und immer schwerer für den Einzelnen, unter diesen Umständen sichtbar zu werden. Dazu kam eine ständig wachsende Pirateriewelle. Wo bei Verlagsautoren Rechtsabteilungen im Hintergrund arbeiten, um den Schaden gering zu halten, mussten Selfpublisher selbst tätig werden.
Ich gestehe, ich hätte den Mut und den langen Atem dafür heute nicht mehr. Ohne Verlag würde es kein Buch mehr von mir geben.

Während du am Schreiben bist, hört und sieht man von dir ja nicht so viel – also zwischen Bernsteintränen und Funkenflug war es ja sehr ruhig um dich … und auf einmal überrascht du uns mit deinem nächsten Werk. Brauchst du diese Distanz, die Ruhe oder ist das eine geheime Taktik?

Ich habe ja noch einen zweiten „Job“, nämlich meine zahlreichen Viecher. Insbesondere den Pferden ist es wurscht, ob ich gerade eine Idee habe und eigentlich schreiben möchte. Das sind alles „Willichs“, die notfalls lautstark darauf bestehen, zu ihrem Recht zu kommen. *lach* Sie beanspruchen locker einen 8-Stunden-Tag. Insofern, und wenn ich dann eventuell auch selbst irgendwann nochmal was essen oder gar schlafen will, muss ich mit den zur Verfügung stehenden Tagesstunden haushalten. Jeder weiß, wie viel Spaß es machen kann, bei Facebook zu kommunizieren. Aber dieses Vergnügen (und nicht nur dieses!) muss ich mir während der intensiven Arbeitsphasen einfach weitgehend verbieten.

Wirst du in Zukunft dem Genre soweit treu bleiben? Oder dürfen wir da auf weitere Überraschungen hoffen?
Wir sind doch neugierig!!

Genre? Welches Genre? Überraschungen bekommt Ihr! Ich arbeite dran. 😉

Vielen lieben Dank, für diese Einblicke in deine Schreibarbeit .. wir sind schon sehr gespannt, womit du uns als nächstes überraschen wirst.

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Gewinnspielfrage

Izabelle Jardins Lieblingslektüren sind heute Sachbücher und Dokumentationen.
Wie sieht das bei euch aus ?
Was lest ihr besonders gerne?

 

Bewerbung bis einschließlich 07.12.2017 möglich

08.12.2017

Gewinnerbekanntgabe HIER

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Gewinne

3x
je ein Paket mit
Funkenflug in Print,
Fantasse
und passendes Lesezeichen

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Teilnahmebedingungen

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch
mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.

Ich freue mich auf eure Antworten !!!

Eure Bibilotta

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Kommentare 8

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