[Interview] Autoreninterview mit Katharina Klimt

Hallo ihr Lieben,

ich freue mich, euch heute ein Interview mit Katharina Klimt hier bieten zu dürfen.

Bevor es aber mit den Fragen losgeht, möchte ich euch kurz erzählen, wie ich auf Katharina Klimt aufmerksam geworden bin.

Ich lese ja sehr gerne Bücher von Selfpublishern Autoren – da gibt es allerhand tolle Schätze zu entdecken,
die mein Leserherz gerne mal höher schlagen lassen.
So bin ich auch dann auch auf Katharina Klimt gestoßen – oder besser sie auf mich *lach*

 

Mit ihrem Roman „Sommer im Kopf“ war sie Anfang des Jahres auf der Suche
nach ein paar Bloggern, die ihr Buch einfach gerne mal lesen und rezensieren.
Damals war es für 0,99 € ein absolutes Schnäppchen – und nachdem Manja schon so davon geschwärmt hatte,
konnte ich es nicht sein lassen und hab es mir gekauft – und das war auch gut so.

„Sommer im Kopf“  hat mich absolut gepackt und überzeugt – und ich hoffe immer noch, dass es dazu irgendwann eine Fortsetzung geben wird.
Aber Katharina hat mich damals erstmal ausgebremst, da sie noch andere Schreibprojekte geplant hatte.

Das tolle an Katharina Klimt – sie will sich nicht auf ein Genre festnageln lassen – wie man auch bei „Küssen ist Sünde“ sofort merkt.
Mit diesem herrlich, erfrischenden und lustigen Komödie hat sie mich auch ein zweites mal packen und überzeugen können.
Wie ihr auch in meiner Rezension nachlesen könnt.
Nun wollen wir doch mal sehen – was uns Katharina noch so alles verraten wird – und was als nächstes so auf dem Programm steht – oder was meint ihr?

 

Katharina Klimt im Interview

 

Hallo Katharina, ich freue mich, heute mit dir hier ein Interview führen zu dürfen. Mal sehen, was ich so alles aus dir herausbekomme 😉
Magst du dich hier vielleicht zuerst mal ein wenig den Lesern vorstellen?

Hallo, ein wenig, das klingt gut! Ich heiße Katharina und bin vierundvierzig Jahre alt. Leider.

Hast du einen festen Lieblingsplatz zum Schreiben? Oder sogar eine extra Schreibzeit?
Oder wie sieht da bei der Tagesablauf aus?

Ich schreibe an meinem Laptop, also an meinem Arbeitsplatz. Der steht aber auch schon mal in der Küche oder im Schlafzimmer. Insofern habe ich keinen festen Arbeitsplatz. Ideen werde auf kleinen Zetteln festgehalten, sie können nicht klein genug sein. Im ganzen Haus fliegen also überall solche Zettel herum. Einfach widerlich. Besuche sind schon seit langem nicht mehr möglich.

Die besten Ideen kommen mir meist im Schlaf. Ich muss mich dann immer selbst aufwecken, um sie aufzuschreiben. Das ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Dementsprechend sehe ich immer etwas durchnächtigt aus.

Wie kamst du eigentlich zum Schreiben und was war für dich der Anlass, deine Geschichten auch öffentlich zu machen?
Ich denke ja, dass das nicht so einfach ist. Gerade auch als Selfpublisher.

Den Auslöser zum Schreiben gab eine Emailfreundschaft, die mindestens 10 Jahre zurückliegt. Ich hatte eine junge Autorin im Netz angeschrieben und begeistert ihre Texte komplimentiert. Das hatte sie so gefreut, dass sie mir zuriet, eine eigene Geschichte zu schreiben, die sie dann als Dankeschön gegenlesen würde. Ich schickte ihr voller Stolz mein Machwerk und meine Zeilen wurden von ihr nach aller Kunst tranchiert, sodass am Ende nur noch Buchstaben-Gyros übrigblieb. Die Verzweiflung reizte meinen Ehrgeiz, mich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen. Ich wollte so gut schreiben wie sie.

Der Anlass, meine Geschichten auch öffentlich zu machen, lag eigentlich nur in meiner angeborenen Frechheit: Ich hab es einfach gemacht! (Frei nach Loriot: „Ich hab den Laden einfach hingeschmissen!“) Diese rücksichtslose Entscheidungsfreudigkeit hat mir schon einiges an Unannehmlichkeiten beschert, aber damit muss Frau leben können. Zumindest ich.

„Sommer im Kopf“ war dein Erstlingswerk. Wie kamst du auf diese Geschichte? Wie lange hast du daran gesessen?
Und wie schaut es mit einer evtl. Fortsetzung aus? Gibt es da schon konkretere Pläne?

Sommer im Kopf:
Liebe besiegt jede Krankheit

erschienen: 13. Januar 2017
Verlag: BookRix
Seiten: 213
ASIN: B01MYX3XLI
E-Book: 0,99 €
Genre: Roman, Jugendbuch
Buch auf Amazon

 

 

Der Roman „Sommer im Kopf“ entwickelte sich aus der selbig lautenden Kurzgeschichte, die von nichts auf hundert einen Wettbewerb gewann. Ich dachte mir, dass ich es der kleinen poetischen Geschichte schulde, sie auszubauen.
„Sommer im Kopf“ entstand aus der Idee, eine Geschichte über ein junges todkrankes Mädchen zu schreiben. Diese sollte aber nicht leidend, sondern rotzfrech ihrem Schicksal den Schneid abkaufen. Mika war geboren. Ihr gegenüber sollte ein Junge stehen, der überhaupt nicht den gängigen Idealen von Attraktivität entspricht. Janus.
Ein krankes Mädchen – ein Junge als Außenseiter. Eine spannende Geschichte war geboren!
In all meinen Romanen geht es um unperfekte Charaktere. Das hat etwas mit mir zu tun. Ich bin genauso. Es geht darum, im Leben zu improvisieren. Perfekt kann jeder, das ist mir zu langweilig.
Eine Fortsetzung ist möglich und auch schon angelegt. Da ich aber noch so wenig Romane herausgebracht habe, will ich meinen Lesern erstmal ein Bild von meiner Schreibwelt zaubern, der Welt von Katharina Klimt. Deshalb stehen momentan noch andere interessante Projekte im Vordergrund.

Dein zweiter Roman – wobei man hier eher von einer romantischen Komödie sprechen kann – ist ja wohl der Knaller.
Was hab ich gelacht und mich herzlich amüsiert über diese Geschichte.
Wie kamst du auf diese Idee?
Ein Priesteranwärter und eine junge Frau – das kommt einem ja ein wenig bekannt vor, wenn man so an „Die Dornenvögel“ denkt.
War das vielleicht ein Aufhänger? Oder wie kam diese Idee zustande?

Die Idee kam bei mir wie immer im Bett zustande. Ich lag also da und dachte mir: Ich möchte meinen nächsten Roman über eine erwachsene männliche Jungfrau schreiben. Ja, das klang schon mal ganz spannend, aber es fehlte der Pfiff. Dann glitten meine Gedanken zum Priestertum. Samuel war geboren. Auf einmal ergab alles einen Sinn. Die Geschichte lag komplett vor mir – auf meinem zerwühlten Kissen. Teile davon in meinen plattgelegten Haaren. Ich beschloss das Naheliegendste: Darüber zu schlafen.

Die Dornenvögel habe ich mir auch angesehen, sie spielen aber für den Roman keine Rolle. Ich wollte es viel witziger und einfühlsamer haben.

Was dir auch super gelungen ist, das muss ich ja schon sagen.
Hast du hier dich extra mit der Priesteranwärterschaft schlau gemacht? Oder woher all die fachlichen Begriffe und Abläufe die hier im Roman mit eine Rolle spielen?

Die Recherche machte wirklich ein Drittel der Schreibzeit aus. Es war für mich faszinierend,  in die Welt des Glaubens einzutauchen, und über Alumnen, Regens, Pastoralpraktika und Priesterweihe zu lesen. Über Thomas von Aquin und das Hohelied Salomons – die erotischste Stelle in der Bibel, die auch von Samuel zitiert wird. Es ist eine eigene geschlossene Welt – voll von seelischem Leid und fern ab von unserer modernen Zeit. Es hatte etwas Bedrückendes aber auch etwas sehr Erhebendes. Priester leben in einer anderen Realität. Es war ein großes Vergnügen, einen Wirbelwind wie Anna dort hineinzuschicken und Chaos produzieren zu lassen.
Vieles wurde von mir aber einfach dazugedichtet. So gibt es den Begriff der „Eva“ natürlich nicht und über eine „apostolische Weihe“ wird auch keiner etwas finden. Aber ein bisschen Flunkern gehört zu jedem guten Roman dazu.

Oder die Sache mit dem Fallen *hahahaha* – da hat es mich ja fast weggeschmissen vor Lachen, als ich das gelesen habe. Wer den Roman kennt, wird mich verstehen – wer nicht, der muss sich sein eigenes Bild dazu machen 😉

 

Küssen ist Sünde

erschienen: 25. Mai 2017
Verlag: BookRix
Seiten: 248
ASIN: B071SFR96B
E-Book: 0,99 €
Genre: Sinnliche Liebeskomödie

Buch auf Amazon

 

Hier in dieser Geschichte steckt ja eine Menge Humor  – kommt dir das locker von der Seele oder war das eine besondere Herausforderung für dich?

Das mit dem Humor ist mir sehr wichtig. Der Leser entwickelt dadurch eine Nähe zu den Figuren, weil er mit ihnen lacht und sich in sie hineinfühlen kann. Dadurch entsteht auch eine viel emotionalere Erotik. Überhaupt: Humor und Erotik gehen immer zusammen. Das ist ein Geheimnis, das sich jeder gute Autor heimlich aufschreiben sollte. Auf ein ganz kleines Zettelchen.

Was ist deine absolute Lieblingsstelle in dem Roman „Küssen ist Sünde“.

Es gibt eigentlich keine absolute Lieblingsstelle, weil ich so viele Stellen ins Herz geschlossen habe. Aber eine, die neugierig macht, wäre die 😉 :

Womit wirst du uns als nächstes überraschen? Wieder was komplett anderes?

Da darf ich noch nicht drüber sprechen. Ich bin eine Autorin, die viel überarbeitet. Ich könnte nie Szenen vorab freigeben, weil sich bis zum Ende noch so viel verändert, weil die Handlungsstränge in meinen Büchern immer sehr komplex sind.
Im Herbst wird ein neuer Roman auf den Markt kommen. Und er wird ein sehr interessantes Thema behandeln, ich muss jetzt schon grinsen. Aber verraten darf ich nichts! Das hab ich den Stimmen versprochen. Sie werden sonst sehr böse in meinem Kopf.

Deine Geschichten stehen ja für Geschichten mit Happy End – wird das immer so sein oder wagst du dich da auch mal an anderes ran?
Manche Geschichten können ja einfach nicht wirklich mit einem Happy End enden -oder lässt du davon die Finger weg?

Ich finde, dass ein Happy End für mich kein kitschiges Etwas ist, was einer Geschichte aufgepappt wird. Für mich ist es wichtig, meine Leser mitzunehmen und am Ende nicht allein zu lassen. Es ist wie ein Vertrauensverhältnis zwischen Autor und Leser. Und ich kann das Vertrauen meiner Leser nicht brechen. Meine Geschichten sind schon dramatisch genug, da muss nicht am Ende auch noch das Nichts stehen. Ich mag das nicht. Das ist nicht Katharina.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?
Willst du als Selfpublisher weiter am Ball bleiben – oder gibts da doch einen großen Traum, mal bei einem Verlag zu veröffentlichen?
Wenn ja, was wäre  denn dein Wunschverlag?

Es geht für mich erstmal darum, bekannt zu werden. Das ist das Entscheidende. Ich will erreichen, dass der Name Katharina Klimt im Leser etwas zum Klingen bringt. Wenn es geht etwas Positives. Alles andere, welcher Verlag, das ist Nebensache. Ich habe eine Mission: Das Unperfekte liebenswert zu machen. Das war schon immer mein Traum. Die anderen können gerne ihre Millionärs- und Bad Boy-Sachen schreiben. Ich bin anders.

 

Liest du selber eigentlich auch sehr viel? Oder eher weniger?
Wenn ja, was sind so deine Lieblingsgenre – oder vielleicht sogar dein Lieblingsbuch?
(ich weiß diese Frage ist immer fies).

Ja, ich lese sehr viel, auch bewusst, um besser zu werden. Ich habe kein Lieblingsgenre. Ich habe Lieblingsbücher. Es sind die, die gute kompakte Geschichten erzählen. Das geht von Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“ bis Stephenie Meyers erstem Twilight-Roman. Was gut ist, ist gut. Da gibt es nichts zu diskutieren.
Meine ganz persönliche Bibel ist aber das weit unterschätzte Erstwerk von Lindgren: „Pippi Langstrumpf“. Ich habe sogar die Urfassung davon. Es ist einfach genial geschrieben und sehr gesellschaftskritisch. All die feinen Spitzen, die Lindgren darin verbaut hat, sind für mich ein einziger Lesegenuss.
Das entscheidende Zitat für mich – quasi eine Lebensweisheit – stammt aus dem letzten Absatz des dritten Buches:

„Ja, das war ein wunderbar tröstlicher Gedanke – Pippi würde für immer in der Villa Kunterbunt bleiben.“

Quelle: Pippi in Taka-Tuka-Land, Astrid Lindgren

Der Satz steht dafür, dass die Kindheit in uns drinnen immer bleiben wird. Es wird immer eine Pippi, also eine Hoffnung auf Liebe, für uns geben. Pippi ist vielmehr die personifizierte Liebe: Frech, verrückt, stark, beschützend und unsterblich. Gibt es einen schöneren Satz fürs Leben?

 

Zum Abschluss einfach mal noch ein paar kurze Fragen:

Tee oder Kaffee ??

Was ist Tee? Ist das zum Einreiben?

Süß oder Salzig?

Wieso oder?

Sommer oder Winter?

Herbst. Alle Guten sind Herbstmenschen.

Selfpublisher oder Verlag?

Jeder, der sich mit der Welt von Katharina Klimt beschäftigen will

Ebook oder Print?

Beides.

 

Möchtest du hier deinen Lesern noch etwas mitteilen?

Ich grüße meine Oma, alle Tanten und den versoffenen Onkel. Aber das willst du nicht hören, oder? Dann vielleicht: Das Leben ist so kurz! Wenn die Menschen sich bewusst wären, wie kurz – es würde weltweit Panik ausbrechen. Also nicht verraten!

 

Danke dir liebe Katharina, dass du dir die Zeit genommen hast, mir meine Fragen zu beantworten. Ich freue mich schon auf deine zukünftigen Werke und wünsche dir noch ganz viel Erfolg damit !!!

 

Hier findet ihr noch meine Rezensionen zu den beiden Büchern:

Sommer im Kopf
Küssen ist Sünde

Vielleicht ist ja hier die passende Lektüre für euch dabei, die ihr euch diesen Sommer schnappen wollt.
Ich kann sie euch beide wärmstens empfehlen.

Oder kanntet ihr schon eines der Bücher?
Habt ihr noch Fragen an die Autorin? Lasst es uns wissen –
wir freuen uns über jeden Kommentar !!

Eure Bibilotta

 

 

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4 Comments

  • Schönen guten Morgen 🙂
    WOW … Ein aufschlussreiches Interwiev!
    Ich musste schmunzeln, als dass mit den vielen kleinen Zettelchen kam …großartig – Perfektion kostet eben das geordnete Durcheinander :))
    Mich würde interessieren, ob Katharina Klimt ein Künsterlername ist ?

    • Guten Morgen Meike,
      ja, bei den Zettelchen da musste ich auch Schmunzeln – hatte da gleich ein Bild dazu vor Augen *lach* – herrlich.

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