[Rezension] „Der Lügenbaum“ von Frances Hardinge

Der Lügenbaum

von Frances Hardinge

erschienen: 23. August 2017
Verlag: Freies Geistesleben
Seiten: 440
ISBN: 978-3-7725-2798-2
Hardcover: 22,00 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahre

Mehr über das Buch

 

Kurzbeschreibung

Mit einem Jugendbuch hat vor Frances Hardinge zuletzt nur Philip Pullman den Hauptpreis des Costa Book Award gewonnen.

Ihr Vater, der Reverend Sunderly soll ein Betrüger und Schwindler sein? Das kann Faith nicht glauben, die ihn verehrt und die gleiche naturwissenschaftliche Neugier hat wie er. Doch seitdem die Familie fluchtartig Kent verlassen hat und auf diese Insel gekommen ist, wo ihr Vater an einer Grabung teilnehmen will, ereignet sich ein dubioser Unfall nach dem anderen bis – ihr Vater tot aufgefunden wird. Mord! Faith wird es beweisen und gräbt sich in die Unterlagen ihres Vaters, um eine unheimliche Entdeckung zu machen …

Es geht um Fossilien und Fälschung, Glauben und Wissenschaft und – Mord. Mittendrin steht die 14-jährige Faith, die das Unheimliche auf klären und als Mädchen forschen will.

Ausgezeichnet als Costa Book of the Year 2015!

Quelle: geistesleben.de

 

Autor

in Kent geboren und aufgewachsen,studierte Englisch an der Universität Oxford. Ihre Schriftstellerkarriere begann, als sie den Schreibwettbewerb eines Kurzgeschichtenmagazins gewann. 2005 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Fly by Night. Er gewann den Branford Boase Award und gehörte zu den Kandidaten des Guardian Award. Auch ihre anderen Bücher und Kurzgeschichten standen auf den Shortlists diverser Preise.

Quelle: Geistesleben.de

 

Meine Meinung

Zu Beginn der Geschichte wird man in die Zeit um 1860 eingeführt. Das Bild der Frauen war zu dieser Zeit ja ganz anders als heute – darum war es auch ganz gut, dass hier alles sehr anschaulich und ausführlich dargestellt wird.
Wenn man sich vorstellt, dass Frauen damals nicht zur Schule gehen durften, von arbeiten wollen wir mal gar nicht reden – und dass der Mann hier voll das Sagen hat – eine Vorstellung die mir nur sehr schwer fiel – denn mit unserem Dasein heute hat das ja gar nichts gemeinsam.
In dieser Zeit spielt also die Geschichte rund um Faith.

Wenn sich auch der Einstieg ins Buch sehr langatmig erschienen lässt – gab ja auch allerhand zu beschreiben, erzählen um den Leser in die Zeit richtig heineinzubringen – so nahm es dann auf einmal ganz schön an Fahrt auf.

Ich habe Faith bei ihrer Suche nach dem Mörder und nach sich selbst – hier sehr gerne begleitet – auch wenn ich das Buch anfangs gerne mal an die Seite legen wollte. Doch ab einem gewissen Punkt war mir dies nicht mehr möglich. Faith ist eine sehr neugierige und auch kluge Persönlichkeit, die sich hier ihren eigenen Weg bahnt. Ich war erstaunt über ihren Mut, den sie nach und nach hier aufgebracht hat – genauso wie ihre Schlagfertigkeit. Eine starke junge Frau, die hier ihren Weg findet und dem Mörder immer näher kommt.

Themen wie Verrat und Lügen, aber auch Familie und Zusammenhalt findet man hier vor. Es gestaltet sich alles sehr spannend und teilweise auch sehr erschreckend. Die Sache mit dem Lügenbaum ist hier eine wirklich tolle Idee – die leicht mit Fantasy angehaucht ist. Es machte auf jeden Fall Spaß , nachdem die Geschichte hier Fahrt aufnahm und ich mich in die Zeit eingefühlt hatte. Das Rätsel lässt sich hier nicht so leicht lösen – es ist lange nicht absehbar wo es hinführt, dementsprechend überraschend war dann auch die Auflösung der Sache.

Es war für mich sehr lehrreich und informativ, in diese Zeit abzutauchen, und ich wurde gepackt durch eine Geschichte, der es an Spannung aber auch an erschreckenden Momenten nicht fehlt.

Die Charaktere – auch wenn ich viele nicht wirklich mochten – gaben der Geschichte die nötige Tiefe und den Feinschliff. Sie waren für diese Geschichte einfach nur stimmig und passend. Faith, die Hauptfigur, brachte mich manchmal zur Verzweiflung – da hätte ich sie gerne mal geschüttelt – aber sie hat nach und nach eine tolle Entwicklung mitgemacht und mich mehr als einmal überrascht.

Der Schreibstil von Frances Hardinge passte sich der Zeit sehr gut an – war aber trotzdem leicht und flüssig zu lesen, so dass es genau richtig ist, auch für das angegebene Lesealter.

Ich bin aus der Geschichte raus – mit allerhand Gedankengängen, die mich jetzt noch beschäftigen. Was bin ich doch froh, dass heute alles was anders ist – wenn auch nicht immer auch gleich besser. Interessant ist der Einblick und die Geschichte auf alle Fälle und ich kann euch dieses Buch sehr empfehlen.

 

Fazit

„Der Lügenbaum“ von Frances Hardinge entführt uns in eine längst vergangene Zeit, in der das Frauenbild ganz anders war als wir es heute kennen. Sehr anschaulich und einfühlsam wird man in diese Zeit entführt und liest sich flüssig und leicht durch die Seiten. Wenn es zu Beginn auch was langatmig ist, so nimmt es dann auf einmal rasant Fahrt auf und man fiebert mit Faith regelrecht mit. Es gibt hier einiges an Spannung und erschreckenden Momenten und steht lange vor dem Rätsel um den Mörder. Das Ende überraschte mich sehr, was ich aber klasse fand, da es nicht vorhersehbar war.

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Kommentare 2

  • Hallo Bibilotta,

    auch in unserer Zeit gibt es immer noch Gesellschaften, wo Frauen nicht gleichberechtigt sind…viel besser ja, aber noch nicht überall gut.

    So würde ich es mal sehen…LG..Karin…

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