[Rezension] “Ein Stern namens Mama” von Karen-Susan Fessel

Ein Stern namens Mama

von Karen-Susan Fessel

 
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: Juni 2016
ISBN: 978-3-8415-0440-1
Taschenbuch: 6,99€
Seiten: 176
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: ab 10 Jahre

 

Kurzbeschreibung

Worte gegen die Stille: Wenn die Menschen gestorben sind, werden sie zu Sternen, hat Mama gesagt. Natürlich weiß Louise, dass Sterne eigentlich kleine Himmelskörper sind, die von der Sonne angestrahlt werden. Aber schließlich ist das Weltall noch nicht so ganz erforscht. Kann also immerhin sein, dass Mama jetzt tatsächlich ein Stern ist, der vom Himmel runterleuchtet und deshalb immer bei ihnen sein wird, oder?
“Ein Stern namens Mama” von Karen Susan Fessel steht auf der Empfehlungsliste des Evangelischen Buchpreises.

Quelle: oetinger.de

 

Autor

Karen-Susan Fessel, 1964 in Lübeck geboren, studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Romanistik und lebt als freie Journalistin und Schriftstellerin in Berlin. Sie hat zahlreiche Romane und Erzählbände für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben. Bereits ihr erstes Kinderbuch “Ein Stern namens Mama”, 1999 erschienen, war ein großer Erfolg und wurde sogleich sowohl auf die Bestenliste des Zürcher Kinderbuchpreises “La vache qui lit” als auch auf die Empfehlungsliste des Evangelischen Buchpreises gesetzt. Ihr Titel “Und wenn schon!” stand u.a. auf der Liste der BESTEN 7 (Deutschlandradio/Focus) und war 2003 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Karen-Susan Fessel ist Autorin mit Leib und Seele und sagt: “Ich mache das, was ich mein ganzes Leben lang machen wollte – ich schreibe Bücher. Ich bin eigentlich ein fröhlicher Mensch, aber ich schreibe viel Trauriges, Ernstes, Schwieriges. In meinen Büchern geht es fast immer um Kinder und Jugendliche, denen es nicht so besonders gut geht oder die es nicht besonders leicht haben. Ich glaube nämlich, dass das helfen kann, wenn es einem selbst nicht so gut geht: wenn man sieht, dass andere die gleichen oder ähnliche Probleme haben oder vielleicht auch viel schlimmere und dass sie daran trotzdem etwas ändern können. Das Leben ist nicht immer lustig und leicht. Aber Bücher lesen kann helfen. Und wenn eines meiner Bücher auch nur einen einzigen Menschen tröstet, ihm Mut oder Freude macht oder hilft, andere Menschen besser zu verstehen, dann hat sich für mich das ganze Schreiben schon gelohnt!”

www.karen-susan-fessel.de

Quelle: oetinger.de

 

Meine Meinung

Wir selber haben mit dem Thema Krebs und Tod vor einem Jahr hautnah Erfahrungen machen müssen. Meine Schwägerin hat nach einem harten und schweren Kampf letztes Jahr im Dezember leider gegen die Krankheit verloren. Mit ihren jungen Jahren (Ende 30) lies sie 2 Kinder und einen Ehemann zurück.

Da kam mir das Buch “Ein Stern namens Mama” genau richtig, da ich der Meinung bin, dass vielleicht ein passendes Buch genau das Richtige sein kann.
Mir hat es geholfen … und ich bin 41 Jahre alt …

Während des Lesens musste ich mehr als einmal weinen und es an die Seite legen, so aufgewühlt und bewegt hat es mich. Man begleitet hier eine kleine Familie bei ihrem schwersten Weg. Die Mama ist sterbenskrank und der Prozess, den eine Krebskranke Person durchläuft wird hier kindgerecht und einfühlsam, aber nicht beschönigt, aufgegriffen. So konnte und musste ich hier nochmal die ganze Sache, im Bezug auf meiner Schwägerin durchlaufen. Auch wenn wir einen anderen Krebsfall hatten, so wurden Themen wie Befund … Behandlung in Form von Chemo und seine Nebenwirkungen wir Haarausfall und das auf und ab des Gesundheitszustandes aufgegriffen … und ich konnte allerhand Parallelen ziehen.

Die Reaktionen aller, sei es der kranken Mama, den mitleidenden Kindern … oder anderen außenstehenden Personen .. alles kommt hier zum Einsatz und wird aufgegriffen … und wir begleiten die kleine Louise hier bis zum bitteren Ende … dem Tod der Mama.
Selbst jetzt beim Rezensieren könnt ich schon wieder zum Weinen anfangen .. so schnürt es mir das Herz zusammen … doch es hilft auch. Es hilft alles aufzuarbeiten, sich damit nochmal auseinanderzusetzen und ja … die Vorstellung, dass die Mama nach dem Tod als Stern am Himmel steht … die ist einfach nur wunderschön.

“Ein Stern namens Mama” ist ein sehr berührendes Buch rund um das Thema Tod, Trauer, Verlust, Krankheit und was alles dazugehört. Es wird hier nichts beschönigt, sondern die Tatsachen sprechen gelassen … aber es wird auch aufgezeigt, wie eine noch so traurige Situation, wie der Haarausfall … sehr offen und kindgerecht aufgezeigt wird. (Auch das haben wir mit meiner Schwägerin erlebt, die sehr offen und super die Kinder mit einbezogen hatte).
Der ganze Verlauf wird sehr kindgerecht und nachvollziehbar hier erklärt und aufgezeigt … was ich klasse fand. Schön reden bringt ja auch nichts … und Kinder wollen alles immer genau wissen und hinterfragen viel … so auch die Louise aus dem Buch.

Ganz deutlich wird hier auch aufgezeigt, wie der Papa mit der Sache umgeht … und wie schwer es uns Menschen doch fällt, über den Tod zu sprechen … und wie schwer wir es damit den Kindern doch eigentlich machen.

Der Verlust eines Elternteils ist für  Kinder das allerschlimmste … und es stimmt den Leser, ob betroffen oder nicht, definitiv traurig. Wen dieses Buch nicht berührt … dann weiß ich auch nicht.

Total aufgewühlt und ergriffen habe ich das Buch letztendlich an die Seite gelegt … und überlege immer noch, ob ich meiner Nichte es in die Hand drücken soll … oder ob es jemand mit ihr gemeinsam liest. Ich weiß es noch nicht, denn man muss schon sehr abwägen, ob die Kinder das nun schaffen, ob sie damit klar kommen … oder ob man es doch besser sein lässt.

ABER … und das möchte ich hier noch erwähnen. Dieses Buch ist nicht nur für Kinder sehr hilfreich und thematisch absolut gelungen … nein, auch wir Erwachsenen können anhand dieses Buches unseren Gefühlen nochmals freien Lauf lassen … und unsere Sichtweise zum Tod nach solch einer Krankheit vielleicht nochmals überdenken oder ändern.

Es bleibt und ist schmerzhaft und  traurig sich mit dem Tod auseinanderzusetzen … aber es bringt viel, offener damit umzugehen … und sich den Verstorbenen als “Stern am Himmel” vorzustellen.

 

Fazit

“Ein Stern namens Mama” von Karen-Susan Fessel ist ein wunderschönes aber auch tieftrauriges Buch. Es geht hier offen um das Thema Krankheit, Verlust und den Tod. Sehr kindgerecht und einfühlsam, aber nicht beschönigend wir hier das Thema aufgegriffen .. und ich musste mehr als einmal Weinen und das Buch zur Seite legen.

Absolute traurige und auch schöne Leseempfehlung – wer sich mit dem Thema auseinandersetzen will.
Egal ob für die jungen Leser oder auch die Erwachsenen … es berührt und ergreift den Leser.

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