“BUS 57” – eine wahre Geschichte, die aufrüttelt.

*** Rezensionsexemplar***
Dieses Buch wurde mir über Literaturtest als Rezensionsexemplar
vom Verlag zur Verfügung gestellt!

Nachdem ich die Anfrage erhielt, ob ich Lust auf den Buchtitel “BUS 57” hätte, war ich erstmal unsicher. Wollte ich mir so eine Geschichte antun? Hatte ich dazu momentan überhaupt Lust? Immerhin geht es hier um eine wahre Geschichte – und das könnte emotional ganz schön was abverlangen!!!

Aber klar – meine Neugier war wie immer größer und so stellte ich mich schon vorab auf eine nicht gerade leichte Kost ein – was sich auch bewahrheitete. Doch genau diese Story – die hat mich mehr als nur berührt – sie hat mich umgehauen und in Zweifel gestürzt … und noch so vieles mehr.

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BUS 57

von Dashka Slater


Der Bus der Linie 57 ist das einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet.

Dashka Slater hat den nachfolgenden Gerichtsprozess monatelang verfolgt, mit Beteiligten gesprochen und die Hintergründe recherchiert. Bus 57 ist die akribische Dokumentation eines berührenden Falles, der tragischen Verstrickung zweier Jugendlicher, die doch nur eines wollen: glücklich sein, trotz allem.

Quelle: loewe-verlag.de

Mehr Infos zum Buch

Eine wahre Geschichte – keine leichte Kost

Dieses Buch hat es in sich – geht es hier um einen tatsächlichen Fall der so sich in den USA abgespielt hat. Dabei war es für mich nicht so leicht hier reinzukommen – auch wenn zu Beginn einiges vorab erklärt wird. Die Sache mit den Pronomen im Bezug auf nicht geschlechtskonforme Menschen ist sehr gewöhnungsbedürftig und hat mich mehr als nur einmal zum Stolpern gebracht. (Da wird aus einem “sie” ein “sier” aus “ihre” wird ein “siere”) Eine Sache, die aber einfach nur NEU ist, und an die man sich dann im laufe der Story gewöhnt. Es hat schon seinen tieferen Sinn, warum das hier so aufgeführt wird – und das ist auch gut so.

Ich habe sehr viel dazugelernt und erfahren

Gerade in der Thematik um Gender fehlt es mir einfach an nötigem Wissen um einfacher in die Handlung reinzukommen. Doch das wird hier in BUS 57 sehr anschaulich und nachvollziehbar erläutert und erklärt – was ich sehr hilfreich und wichtig fand. Da hat die Autorin Dashka Slater sehr gut recherchiert und sich sehr intensiv mit genau diesem Fall befasst.

Hier werden dem Leser Ansichten und Einblicke gewährt – aus allen möglichen Sichten, Fakten und Akten – sowie aus Erzählungen und Berichterstattungen von Familie, Freunde und Betroffenen.

Neutral und unvoreingenommen

Der Leser bekommt hier regelrecht nur die Fakten und Tatsachen aufgeführt, mit den nötigen Erläuterungen, Erklärungen und der ein oder anderen Hintergrundinfo. Dabei wurde auf Fallakten, Zeitungsberichte und auf Erzählungen und Berichten von Betroffenen gegriffen.

Das Buch ist in 4 Kapitel mit Einleitung aufgeteilt:

  • Einleitung
  • Sasha
  • Richard
  • Das Feuer
  • Die Justiz

Alles wird hier sehr neutral und ohne Vorurteile aufgeführt mit Fakten und Tatbeständen. So war es mir als Leser möglich mir mein eigenes Bild von dieser ganzen Sache zu machen.

Schockierend, aufwühlend und nachhallend

Ich bin ehrlich – ich kann es gar nicht so einfach in Worte fassen, was dieser Bericht in Form eines Buches, mit mir machte. Der Fall ist so aufwühlend und ging mir total unter die Haut. Die Autorin hat hier super recherchiert und zeigt dem Leser eine neutrale aber tiefgründige Sicht auf den Fall, auf.

Ich war hin und her gerissen – klar, der Fall ist eindeutig – so irgendwie. Die Tat ist unverzeihlich – aus welchen Gründen auch immer diese begangen wurde. Aber wenn man hier allerhand Hintergrundinfos aufgezeigt bekommt, dann ist alles nicht mehr einfach nur schwarz und weiß. Dann steckt da soviel mehr dahinter. Es war wahnsinnig interessant und spannend, was sich hier für Sichten auftaten – und ich kann sie jetzt noch nicht alle richtig verarbeiten. Die Geschichte wird noch eine lange Zeit in mir nachhallen – und ich werde noch den ein oder anderen Gedanken daran hängen bleiben.

Aber ich finde genau das macht diese Art der Berichterstattung aus. Es zeigt dass hier mehr als deutlich auf, dass nicht immer alles nur Schwarz oder Weiß ist, sondern dass oftmals noch viel mehr dahinter steckt. Es ist bewundernswert wie z.B. Sasha mit der ganzen Sache umgeht – ich kann vor ihr nur meinen Hut ziehen. Es ist aber auch erschreckend. wie eine Tat eine Handlung sehr schnell einen Stempel auferlegt bekommt – wo man doch gar nicht alles weiß – und nicht hinter die Fassade schaut. Klar – es rechtfertigt nichts diese Tat – aber es hat mit mir etwas gemacht – was ich ohne das Hintergrundwissen, so nicht gefühlt hätte. Ich kam ins Wanken…

Jeder Leser wird das wohl anders erleben – und sich auch vielleicht besser ausdrücken können. Fakt ist – diese Story sollte von ganz vielen gelesen werden – denn wenn sie eines tut – dann wachrütteln.

Kommentare 3

  • Hallo Bianca,

    hm, also ich frage mich da immer was in den Köpfen der Menschen vorgeht…..jemanden anzünden zu wollen….Entschuldigung…das tut man doch keinem, anderen Menschen an.

    Egal was es für Hintergründe auch immer gibt……

    Wenn ich jemanden nicht mag auch im Bus, dann schaue ich halt weg oder setze mich wo anderster hin, wenn mich das so aufregt, wie der anders ist…. und gut ist es….

    Aber doch nicht anzünden oder sonstwie schädigen….

    Ich verstehe es nicht….

    LG..Karin..

    • Du musst die Geschichte gelesen haben – er hat sie aus einer ganz großen Dummheit heraus angezündet an ihrem Rock – etwas wo man echt nur den Kopf schütteln kann. ABER es ist erstaunlich, wenn die Geschichte einem neutral präsentiert wird, mit allen Hintergrundinfos – was da mit einem passiert. Die Sache an sich ist nicht rechtzufertigen – ABER es ist nicht so gewesen, wie es dann auf einmal in der Presse und so hingestellt wird.

      Wie gesagt – man muss es echt lesen – und das auf sich wirken lassen ;)

      Ansonsten bin ich da natürlich voll bei dir mit deiner Meinung – wenn mir einer nicht passt, dann nehm ich Abstand – aber lass ihn trotzdem in Ruhe. Nur ist das heute nicht immer so – umso erschreckender und verstörender war auch dieses Buch für mich.

  • Hallo liebe Bianca,

    nun, da ich es auch lesen durfte…..ist der Kernsachverhalt immer noch ein No-Go.

    Aber wenn man sich dann näher mit den Folgen beschäftigt….besonders für Richard…ist die Sache mit der Rechtssprechung in den USA auch ein No-Go und ich bin froh, dass ich in Deutschland wohne und nicht in den USA…

    LG

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